Boualem SANSAL
HARRAGA

Roman
Deutsch von Riek Walther
388 S., Klappenbr., EUR 15,80

ISBN 978-3-87536-294-7

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Pressestimmen
"Harraga"

"Der Roman entwickelt sich zunächst fast unmerklich, aber mit starkem Sog zu einer Art Thriller: Die Ärztin versucht das verschwundene Mädchen aufzuspüren, was ihr auch gelingt. Dabei erfährt sie die Geschichte dieses Kindes, das u. a. in der Macho-Welt Algeriens als minderjährige Prostituierte für einflussreiche Freier benutzt worden war. Inhaltlich ist der Roman keine leichte Kost, wäre da nicht Sansals genialer Sinn für die Tragikomödie ... Das ist Literatur, die einen schwindlig macht, - ein unglaublicher Genuss. Sansals Sprache erinnert an die der großen Südamerikaner, besonders an die des ‚magischen Realismus’ von Gabriel García Márquez."

Lutz Bunk, Deutschlandradio Kultur


"Harraga – so werden auf Arabisch diejenigen genannt, die illegal auswandern – beschreibt, anders als die ersten drei Romane, nicht nur das Chaos ringsherum, sondern lässt auch einen tiefen Blick in das Innenleben des Autors, in jene dunkle Zeit zu, als er isoliert mitten im Bürgerkriegsgebiet mit dem Schreiben begann. ... ‚Wer von der Bedrohung spricht, denkt leise und heimlich an die Regierung’, lässt Sansal seine Romanfigur Lamia sagen. Ob er selbst Angst habe? ‚Sicher. Es ist leicht, einen Kleinkriminellen anzuheuern, damit er jemanden auf offener Straße anpöbelt und das Messer zieht’, antwortet Sansal. Weg von hier wie die Jugendlichen in seinem Roman ‚Harraga’? Nein, weg will er nicht. Auch wenn er längst die Hoffnung auf eine Zukunft für Menschen wie ihn in Algerien verloren hat. ‚Heftige Kritik kann man nicht glaubwürdig vom Ausland aus üben’ sagt Sansal mit sicherer Stimme, bevor er die Rundfahrt auf den Höhen Algiers beendet. Zurück geht es nach Boumerdes, dem Ort seines inneren Exils, aus dem er hoffentlich auch künftig schreibend ausbrechen wird."

Rainer Wandler, die tageszeitung


"Denn zum ernsten Thema ... kommen viele poetische Seiten. Vor allem werden die Leser und Leserinnen am Ende die Protagonistin mögen – wie sie über ihre Einsamkeit sinniert, wie sie Rat in ihrer riesigen Bibliothek sucht, wie sie immer wieder wunderbare Fabeln und Geschichten erzählt – all das sind die schönen Seiten eines wunderbaren Romans ... Und für manchen kann ‚Harraga’ vielleicht sogar das Buch werden, ‚das ihm alles sagen kann’."

Stephanie Rupp, Nürnberger Zeitung



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